Kategorie | Typ

Umbau, Institutsbau

Ort | Jahr

Dresden, 2012

Bauherr

Fraunhofer Institut

Auf dem Gelände des Zentrums für Mikroelektronik Dresden (ZMD) in Dresden-Klotzsche, das in den 1980er Jahren als Herzstück der DDR-Mikroelektronikforschung galt, wurde der viergeschossige Groß-Plattenbau für die Fraunhofer-Gesellschaft umfassend generalsaniert und um ein Staffelgeschoss erweitert.

Es handelt sich um einen standardisierten Gebäudetyp im sogenannten Hubdeckenverfahren und besteht aus zwei viergeschossigen Gebäudeteilen, Haus 55 und 56, die durch eine Gebäudefuge statisch voneinander getrennt sind

Der Plattenbau wird als Büro- und Laborgebäude genutzt, zunächst durch ZMD, seit 1990 durch Institute der Fraunhofer-Gesellschaft, u.a. das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) das im Haus 55 ansässig ist, das 1992 teilsaniert wurde (neue Fenster, neue Sanitärkerne, “Pinselsanierung“), Haus 56 blieb unsaniert.

Jedes Haus wird durch je ein Treppenhaus erschlossen und je ein sog. Lüftergeschoss auf dem Dach haustechnisch versorgt, von denen jedoch nur noch ein geringer Teil für die Medien-Versorgung benötigt wird. Es ist ein reiner Funktionsbau ohne gestalterische Intentionen, lediglich die vorstehenden Treppenhäuser gliedern den 132 m langen Baukörper.

Die Planung, auf Basis einer Machbarkeitsstudie vom Sommer 2002, sah vor, die Grundrisse des Gesamtgebäude den Nutzeranforderungen anzupassen sowie die Gebäude energetisch und haustechnisch zu ertüchtigen.

Um dringend benötigte weitere Nutzflächen zu schaffen, wurde das gesamte Dachgeschoss für Sonderflächen zu einem Staffelgeschoss umgebaut, das sich durch ein markantes, schwebendes Kissendach hervorhebt, das Raum für Seminarräume, eine Bibliothek und eine Mensa bietet.

Die Rhythmisierung der Fassade wird durch eine vertikale Gliederung betont, die vor allem durch die klar abgesetzten Treppenhäuser und die einprägsame Gestaltung des sogenannten „Konferenzeis“ erreicht wird.

Ein weiteres zentrales Merkmal ist die Förderung der Kommunikation innerhalb des Instituts: Um dies zu unterstützen, wurde an einer statisch geeigneten Stelle in jedem Geschoss ein Kreis in die Stahlbetondecken geschnitten für ein offenes lichtdurchflutetes Treppenhaus. Es verbindet alle Ebenen und schafft nicht nur eine visuelle Verbindung, sondern unterstützt die Interaktion der Mitarbeiter.

Die Baumaßnahme wurde in zwei Bauabschnitten durchgeführt, wobei der laufende Betrieb der Institute während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten wurde. Dies erforderte eine sorgfältige Planung und Koordination, um Beeinträchtigungen zu minimieren und eine reibungslose Nutzung der Räumlichkeiten sicherzustellen.

Die Bruttogeschossfläche des Projekts beträgt 13.000 m².

Das Gebäude vereint somit innovative Architektur mit Funktionalität und kommunikativen Aspekten, wodurch es den Anforderungen eines modernen Institutsgebäudes gerecht wird.

Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Fehr + Partner realisiert.

Bildrechte: KILIANARCHITEKTEN

Nach oben scrollen