
Kategorie | Typ
Umbau, Hotel
Ort | Jahr
Dresden, 2014
Bauherr
Grundstücksgesellschaft Altmarkt-Karrée mbh
Der 1370 erstmals erwähnte Altmarkt an der Kreuzkirche im Stadtzentrum Dresdens gilt als älteste regelmäßige Platzanlage Dresdens.
Nach seiner völligen Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde er nach Plänen eines Architektenkollektivs mit einer 7-geschossigen Bebauung mit Arkadenpassagen, Geschäften, Restaurants und Wohnungen in den oberen Geschossen wieder aufgebaut. Der Stil knüpft an die traditionelle Dresdner Barockarchitektur an und ist typisch für die aufwändige, monumentale, historisierende und durchaus qualitätsvolle Architektur der ersten Hälfte der 1950er Jahre in der DDR.
Das gesamte Gebäude-Karree steht unter Denkmalschutz und zählt zu den wichtigsten schützenswerten Gebäudeensembles der Nachkriegszeit in Sachsen. Der Umbau zu einem drei Sterne Premium Hotel mit 115 Zimmern und 8 Suiten beschränkt sich dabei auf den Kopfbau zur Wilsdruffer Straße und die anschließenden Seitenflügel. Die benachbarten Bauten verbleiben im Wohnungsbestand und wurden gemäß Denkmalschutzauflagen saniert. Alle zum Hotel umgebauten Bereiche standen leer bis auf die in Betrieb befindlichen Restaurants und Cafés im Erdgeschoss, 1.Obergeschoss und Untergeschoss, die von der Hotelumnutzung nicht tangiert werden durften und während des Umbaus unter Nutzung standen.
Das Dachgeschoss dient der Unterbringung der umfangreichen Haustechnik. Im Kellergeschoss sind Personalräume eingerichtet, sowie weitere Technik- und Lagerräume. Die Anlieferung des Hotels erfolgt ausschließlich über die Kreuzstraße durch den Innenhof. Man betritt das Hotel vom Altmarkt und gelangt in eine 2- geschossigen Halle, die auch als Café genutzt wird. Zur Erweiterung des Cafés wurde der im Bestand offene Arkadengang zum Altmarkt mit einer Stahl-Glas- Konstruktion geschlossen. Über einen neuen Glasaufzug bzw. die historische Freitreppenanlage gelangt man zur Hotel-Rezeption im 1. Obergeschoss.
Der Umbau der Wohnungen zu Hotelzimmern (3. – 6. Obergeschoss) richtete sich nach den vorhandenen tragenden Wänden. Die Zimmergrößen wurden an den Bestand angepasst, um so viel Bausubstanz wie möglich zu erhalten. Zur Wilsdruffer Straße wurden kleinere Zimmer angeordnet und zum Altmarkt die Zimmer großzügiger bemessen. Es gibt Familienzimmer, bzw. Suiten, bei denen die Original Schiebetüren erhalten werden konnten und aufgearbeitet wurden.
Um Anforderungen an den Brand- und Schallschutz erfüllen zu können, wurden sämtliche Zimmertüren zwischen Flur und Hotelzimmer als neue Holztüren hergestellt. Dabei wurden so weit wie möglich die bestehenden Türöffnungen genutzt und die Sturzhöhen und lichten Türbreiten angepasst.
Die Erschließung des Hotels erfolgt über die bestehenden Treppenhäuser und Aufzüge, die modernisiert und an die geltenden baurechtlichen Auflagen angepasst wurden, es wurden keine neuen Treppenhäuser errichtet. Der historische Saal im 2. Obergeschoss kann durch zwei mobile Trennwände variabel genutzt werden. Wahlweise können ein, zwei oder drei Säle unabhängig voneinander genutzt werden oder zu einem großen Konferenzraum zusammengefasst werden.
Viele der Oberflächen, sei es Natursteinböden, Wandverkleidungen, Geländer und Handläufe, Deckenstuck, Fenster, Türen, Beschläge konnten erhalten und aufgearbeitet werden. Die übrigen Bauteile wurden in Abstimmung mit der Denkmalpflege neugestaltet. Die gesamte äußere Erscheinung des Haus Altmarkt wurde komplett erhalten.
Bildrechte: David Brandt