Kategorie | Typ

Neu- und Umbau, Schulbau

Ort | Jahr

Halle (Saale), 2023

Bauherr

Handwerkskammer Halle

Das Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer Halle (Saale) in Halle-Osendorf, soll zu einem zeitgemäßen Ausbildungsstandort mit Campusqualität umgestaltet werden. Der 2019 ausgelobte Wettbewerb als nichtoffener Realisierungswettbewerb wurde von der ARGE Auf den Punkt Architekten, Wiencke. Horn GbR – Kilian Architekten – LOR Landschaftsarchitekten Otto + Richter PartGmbB gewonnen und erhielt den Zuschlag für die Realisierung.

Im August 1990 wurde hier das erste handwerkliche Bildungszentrum der neuen Bundesländer eröffnet. Es bestand aus verstreut liegenden Gebäuden auf einem weitläufigen Gelände. Um ein modernes Bildungszentrum zu schaffen, musste neu strukturiert werden und die neuen Ausbildungshallen mit den Bestandsbauten zu einem zusammenhängenden Campus zu vereinen.

Von den 22 Bestandsgebäuden sollen dauerhaft nur die Mensa und das Internat weitergenutzt werden. Der Entwurf für die Ausbildungsstätte basiert auf der Philosophie „Form follows function“. Die Neuordnung des Geländes erfolgt durch eine kompakte Bebauung: neun Werkhallen im Karree ordnen sich um eine grüne Mitte.

Dieses „grüne Zimmer“ fördert die Kommunikation zwischen Auszubildenden, Lehrern und Verwaltungsmitarbeitern durch vielfältige Blickbeziehungen und schafft einen Campus der kurzen Wege mit guter Orientierung, der als Gestaltungsvorbild für die Handwerkerausbildung fungiert.

Die Mensa schließt eine Seite des Karrees und bildet den zentralen Anlaufpunkt des Campus, an den anderen Seiten sind die Werkhallen in Holzbauweise angeordnet.

Der gut sichtbare Haupteingang an der Platzseite, an der die Mensa liegt, bündelt zentrale Funktionen: einen Info-Point, Fahrradstellplätze, eine Bushaltestelle und eine Wendeschleife.

Die Campus-Wiese, das „grüne Zimmer“ fungiert als Herzstück des Areals und ist ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Das Karree ist durchlässig, mit Zugängen zu wichtigen Bereichen wie dem Stadtwald und dem Campusgarten.

Die klare Trennung zwischen motorisiertem Verkehr und Fußgängern sorgt für Sicherheit. Fußgänger nutzen einen regengeschützten Laubengang, der die grüne Mitte umrahmt und die Erschließung der Hallen und Seminarräume ermöglicht.

Die Raumbildung orientiert sich am menschlichen Maßstab, wobei die Höhenentwicklung von innen nach außen verläuft. Die Campus-Wiese bildet die offene Mitte, während die Hallen in der Höhe wachsen, um eine klare Zonierung zu schaffen.

Die Verwendung von Holz als nachwachsendem Baustoff sowie die robuste, funktionale Gestaltung der Baukörper sorgt für eine nachhaltige und flexible Nutzung. Die natürliche Farbigkeit der Materialien harmoniert mit dem Landschaftsraum.

Die naturnahe Gestaltung des Geländes, kombiniert mit intensiven Bereichen wie der Mensa und den Pausenräumen, setzt bewusste Akzente und fördert ein harmonisches Miteinander.

Dieser Entwurf für die Ausbildungsstätte vereint funktionale, ästhetische und nachhaltige Elemente in einem modernen Bildungsstandort. Der Campus fördert eine lebendige Lernumgebung, die sowohl die Bedürfnisse der Auszubildenden als auch die Anforderungen der Handwerkerausbildung berücksichtigt.

Bildrechte: BILDWERK Visualisierung

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